PUBLITZER  online
Seite für themenbezogene Gelegenheitspublizistik | powered by RegenBuch
Stückwerk | Pause | Seite 1
INHALT
Neuestes
Letzte Kunde

Publikate
Einzeln abgepackt

Fortläufig
Wiederholt bestellt

Bemerkt
Andererseits rezipiert

Fundstücke
So verblieben

Unerledigtes
Unzeitig verlegt

Beständiges
Dienst am User

Stückwerk
Themenausgabe

PUBLITZER
Teilgeber

Impressum

Editorial

 
PAUSE
Seiten: | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |
Titelbild Pause

[ Pause ]


Eine europäische Forschergruppe, so wird berichtet, wanderte mehrere Tage lang durch den südamerikanischen Urwald. Sie wurde dabei von Indios begleitet, die als Lastenträger angeheuert hatten. Zur Nacht wurde stets ein Lager aufgeschlagen, und am nächsten Tag ging der Marsch weiter. Eines morgens jedoch weigerten sich die Indios, das Lager zu verlassen.

Befragt, was dies zu bedeuten hätte, sprach deren Anführer: Die weißen Männer seien viele Tage in so großer Hast durch den Urwald geeilt, daß die Seelen der Indios nicht folgen konnten. Nun müßten sie sitzenbleiben und warten, bis ihre Seelen sie wieder eingeholt haben. –

Diese Begebenheit zeigt, was eine gute Pause ausmacht: A) der Zeitpunkt und B) die Dauer müssen nach eigenem Ermessen gewählt sein. Sicher läßt sich dieses Pausenverhalten in unser Leistungsgesellschaft nicht immer praktizieren, insbesondere, wenn man einen Arbeitsvertrag mit festen Pausenzeiten unterschrieben hat.

Gerade in einem kreativen Beruf (und erst recht als Raucher) hat man oft ein freizügiges Verhältnis zur Pause, denn man weiß: eine kleine Pause im rechten Moment kann über Erfolg oder Mißerfolg eines ganzen Arbeitstages entscheiden. Trotzdem widerfährt es einem gelegentlich, daß einem die Raucherpausen als beträchtlicher Arbeitsausfall voraddiert werden, in der Regel von unausgeglichenen Chefs, die mal Pause machen sollten.

Dagegen eine andere Führungspersönlichkeit, auf ihre Art durchaus ein weiser Mann, wollte seine Untergebenen direkt zum häufigen Pausieren veranlassen:

„… Während der Arbeit muß man sich unbedingt erholen. … Jeder kann folgenden Versuch machen: Man beginnt eine schwierige Arbeit und arbeitet zwei Stunden ohne Pause. Dann erholt man sich und arbeitet weiter. Am nächsten Tag macht man einen anderen Versuch, und zwar während der Arbeit innerhalb von zwei Stunden sollte man sich öfter 3–5 min erholen. Der Arbeitende wird feststellen, daß im zweiten Falle er sich im Verlaufe des Arbeitstages viel besser fühlen wird und ein größeres Arbeitspensum absolvieren kann.”

Diese Worte werden Wladimir Iljitsch Uljanow alias Lenin zugeschrieben. Selbst ein unermüdlicher Arbeiter, kannte er die Bedeutung der selbstbestimmten Pause und hielt seine Leute dazu an. Für ihn zählte das Arbeitsergebnis, nicht die Beschäftigung.

Auch wenn die Pause mal länger dauert, wie bei den Indios: Irgendwann ist die Seele wieder da und man erkennt selbständig: Die Pause ist um. Dann nimmt man seine Tätigkeit wieder auf und macht dort weiter, wo man aufgehört hatte. Vielleicht sogar war die Pause fruchtbar und erbrachte einen neuen Ansatz: Unverzüglich geht es frisch ans Werk mit brecht’schem Tatendrang: „O Lust des Beginnens! O früher Morgen! … Und du/Neuer Gedanke!”

Wenn Sie noch keine Idee für Ihre Pause haben, versuchen Sie z.B. dies:
Pausengestaltung



Dateiformat: .htm (vers. 4.0) Größe: 13 KB
Autor: Kai-Michael Gustmann Upload: 25.11.2002
Abb. 1: .jpg 440 x 180 px, 23 KB Abb. 2: .gif 440 x 131 px, 11 KB
 

     
© publitzer 2006 | mailto: